Die Wertermittlungsprotokolle bringen sekundär den materiellen Wert einer Parzelle ohne Grund und Boden zum Ausdruck. Das Primat liegt aber darauf, dass die ausgefertigten Protokolle ein wichtiges Zeitdokument sind, die gemäß Bundeskleingarten – Gesetz die ordnungsgemäße kleingärtnerische Nutzung nachweisen.

Auszug aus der Verfahrensrichtlinie des Landesverbandes Thüringen der Gartenfreunde e.V. zur Anwendung der Richtlinie des Landesverbandes Thüringen der Gartenfreunde e.V. für die Bewertung von Anlagen und Anpflanzungen in Kleingärten und Gartenanlagen der Mitgliedsverbände:

1. Verfahren

1.1 Wertermittlungen sind durch den Vereinsvorstand beim zuständigen Mitgliedsverband anzumelden, wenn u. a.
  • ein Pächterwechsel erfolgen soll,
  • ein Vermögensnachweis, z.B. bei Ehescheidungen, erforderlich ist,
  • eine Kündigung durch den Verein erfolgt,
  • der bisherige Pächter verstorben ist,
  • der Kleingartenpächter den Wert seines Kleingartens feststellen lassen möchte. Grundsätzlich sind bei Pächterwechsel und Vermögensnachweis Wertermittlungen durchzuführen.
1.2 Der Vereinsvorstand hat die Wertermittlung ordnungsgemäß vorzubereiten.

Dazu zählt u. a.

  • Abfordern von Genehmigungen und Bauunterlagen vom abgebenden Pächter bzw. aus eigenem Bestand,
  • Aussagen zum Bestandsschutz der baulichen Anlagen,
  • Beschluss über Abriss ungesetzlicher Bauten,
  • Beschluss über Ziergehölze und Koniferen über 3 m,
  • vom abgebenden Pächter eingebrachte Umlagen,
  • Ver- und Entsorgung und Grenzzustände.
1.3 Der Vereinsvorstand hat rechtzeitig (14 Tage vor dem Bewertungstermin) den abgebenden Pächter einzuladen.

Eine Bewertung ohne Auftrag, den Pächter oder einen von ihm Beauftragten ist nicht statthaft. Fehlt der abgebende Pächter trotz Terminzusage unbegründet, sind die anfallenden Aufwendungen ihm anzulasten. Dies gilt analog für Versäumnisse durch den Vorstand.