Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen.

Richtlinie der Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung

                 und der Revitalisierung von Brachflächen

(Thüringer Staatsanzeiger Nr. 20/2018)

 

Mögliche Fördermaßnahmen für den Rückbau von Kleingartenanlagen

 

Revitalisierung von Brachflächen

Durch die Revitalisierung von Brachen ist eine Rückgewinnung und Gestaltung von Landschafts- und Siedlungsräumen, unabhängig von ihrer jeweiligen Vornutzung, möglich. Laut der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie soll die tägliche Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrsprojekte auf unter 30 Hektar bis 2030 begrenzt werden. Das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel der Thüringer Landesregierung sieht sogar den vollständigen Stopp des Anstiegs versiegelter Fläche im Freistaat vor.

Die Revitalisierung von Brachflächen trägt wesentlich zur Erreichung dieses Ziels bei und stellt darüber hinaus ein wirksames Instrument für die Entwicklung der ländlichen Räume dar. Gefördert werden können Abriss, Entsiegelung, Beräumung, Entsorgung und Folgenutzung. Ein Schwerpunkt liegt in der Umnutzung von Gebäuden und Anlagen. Damit leistet die Fördermaßnahme einen Beitrag zur Entwicklung lokaler, insbesondere sozialer Infrastrukturen und verhindert gleichzeitig, dass für diese Projekte Flächen auf der „grünen Wiese“ in Anspruch genommen werden. Bauliche Missstände infolge der Aufgabe der Vornutzung werden durch die Revitalisierung von Brachflächen beseitigt. Die Maßnahme fördert sowohl die nachhaltige kommunale und regionale Entwicklung als auch die Verbesserung von Umwelt, Natur und Landschaftsbild.

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist ein gesamtgesellschaftliches Ziel, bei dem es keine Rolle spielt, wer dazu beiträgt. Deshalb werden bei dieser Fördermaßnahme private und kommunale Zuwendungsempfänger grundsätzlich in gleicher Höhe gefördert.

 

Brachflächenrevitalisierung

 

Förderzweck
  • Reduzierung des Flächenverbrauchs,
  • Entwicklung brach gefallener Flächen und Gebäude
Fördergegenstände
  • Abriss und Entsiegelung einschließlich Entsorgung,
  • Folgenutzung,
  • Grunderwerb
Regelfördersätze
  • bis zu 60 % der zuwendungsfähigen Ausgaben
Zuwendungsempfänger
  • Gemeinden und Gemeindeverbände,
  • natürliche Personen und Personengesellschaften,
  • juristische Personen des privaten Rechts
Antragstermine
  • laufende Antragstellung

 

LEADER

LEADER steht für Liaison entre actions de développement de l’économie rurale (deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und ist ein querschnittsorientierter Ansatz zur Förderung der ländlichen Räume durch die Europäische Union.

Finanziert wird LEADER aus dem ELER sowie Mitteln des Freistaates Thüringen.

In Thüringen sind 15 Regionale Aktionsgruppen aktiv, in denen die Akteure aus Vereinen und Verbänden, Unternehmen und Landwirtschaft, Politik und Bürgerschaft gemeinsam über die Verwendung der Fördermittel entscheiden.

LEADER folgt dem Bottom-up-Ansatz. Das bedeutet, dass die Menschen vor Ort ihre eigene regionale Entwicklungsstrategie erarbeiten, Projekte zur Erhaltung der Lebensqualität anstoßen und umsetzen. Denn niemand kennt seine Heimat und ihre Besonderheiten besser.

Die Projekte tragen dazu bei, Neues und Innovatives in den ländlichen Regionen zu ermöglichen, das Miteinander zu stärken und dadurch die Zukunftsfähigkeit der Dörfer zu sichern.

Detailliertere Informationen zu den Handlungsfeldern und Auswahlkriterien, aufgrund derer über die Förderwürdigkeit der Projekte entschieden wird, enthalten die mit breiter Bevölkerungsbeteiligung erarbeiteten regionalen Entwicklungsstrategien.

Die Kontaktdaten der Regionalen Aktionsgruppen LEADER findet man unter www.leader-thueringen.de

 

Förderzweck:
  • nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume unter Berücksichtigung sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte
Fördergegenstände:
  • Projekte zur Umsetzung der jeweiligen regionalen Entwicklungsstrategie,
  • gebietsübergreifende und transnationale Kooperationen,
  • die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt durch die regionalen Aktionsgruppen LEADER
  • Verwaltung und Sensibilisierung
Regelfördersätze:
  • bis zu 75 % der zuwendungsfähigen Ausgaben,
  • die Förderhöhe legt die RAG in ihren Strategien selbst fest
Zuwendungsempfänger:
  • Regionale Aktionsgruppen LEADER
  • Natürliche Personen, Personengesellschaften und juristische Personen des öffentlichen und des privaten Rechts
Antragstermine:
  • Termine werden durch die einzelnen regionalen Aktionsgruppen bestimmt