Fachberatung

Unsere Fachberatung dient dem Ziel das Kleingartenwesen zu fördern, um es letztlich zu erhalten. Der LV ist die mitgliederstärkste, gemeinnützige Vereinigung im Freizeitgartenbereich. Die Fachberatung ist gesetzlich verankert und damit einzigartig in diesem Bereich.

Das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) §2 Abs.2 hebt als Voraussetzung für die wichtige kleingärtnerische Gemeinnützigkeit hervor, dass „ die Organisation ausschließlich oder überwiegend die Förderung des Kleingartenwesens sowie die fachliche Beratung der Mitglieder“ bewirken muss. Gleichzeitig ist der §3 Abs.1 des BKleingG Verpflichtung für die Fachberatung. Dort steht, dass „die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden“.

Der Landesverband Thüringen der Gartenfreunde e.V. (LV) mit seinen 28 Mitgliedsverbänden (MV),über 1.421 Kleingartenvereinen (KGV), die rund 64.687 Parzellen bewirtschaften hat die Fachberatung fest in seine Arbeit eingeordnet. – Im Vorstand des LV ist der Fachberater Mitglied. Das Ziel besteht ferner darin, dass in jedem MV und vor allem in den KGV’en Fachberater in den Vorständen integriert sind. Nur so ist ein effektives Handeln der Fachberater möglich, denn er braucht die Unterstützung des jeweiligen Vorstandes. – Die Arbeit des Vorstandes wird von der Arbeitsgruppe (AG) Fachberatung begleitet.

Nachfolgend finden Sie einen Linkverweis auf die grüne Schriftenreihe des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) unter anderem “Der Fachberater”, Grüne Schriftenreihe, Merkblätter und andere interessante Publikationen.

Informationen unter: www.kleingarten-bund.de/de/publikationen/

Aktuelle Fachberatung

Obstbaumsplintkäfer auch im Kleingarten

Fachberaterinformationen
Landesverband der Gartenfreunde Thüringen

Obstbaumsplintkäfer
Borkenkäfer auf Streuobstwiesen – 

Der Obstbaumsplintkäfer bedroht auch die Obstbäume in unseren Kleingärten

Als Folge der extremen Trockenheit 2018 und 2019 ist derzeit ein sehr starkes Auftreten des Obstbaumsplintkäfers in unserer Region festzustellen. Er gehört zur Familie der Borkenkäfer und befällt, ähnlich wie sein Verwandter im Wald, die durch den Wassermangel der letzten Jahre geschwächten Bäume. Die Folge ist das großflächige Absterben bislang vitaler Obstbäume, und zwar innerhalb kurzer Zeit (< 1 Jahr).

Da die Jungkäfer ab 20° C zu schwärmen beginnen und sich auf umgebende, noch gesunde Bäume ausbreiten, muss rasch gehandelt werden – möglichst noch im März. Während des jährlichen Baumschnitts sollten befallene, auch stärkere Äste konsequent entfernt und verbrannt werden. Kleinere Mengen können unter Berücksichtigung der örtlichen Regelungen in Feuerschalen oder Holzheizungen verbrannt werden. Für größere Mengen bieten sich Osterfeuer an oder Ausnahmegenehmigungen bei der Kommune. Es könnten sich mehrere Gartenbesitzer absprechen. Das Ablagern des entfernten Holzes auf den Obstwiesen oder in ihrer Nähe hingegen unterstützt die Verbreitung!

Als weitere wichtige Maßnahme ist dringend zu empfehlen: Gießen, gießen, gießen! Dies sollte auch bereits vor der nächsten “Dürresaison” geschehen, also durchaus im April/Mai, um die Bäume zu stärken. Zwar hat es in den letzten Monaten immer mal wieder geregnet. Die Nässe reicht aber meist nur einen Spaten tief, und in den unteren Bodenschichten herrscht weiterhin “schwere bis extreme Dürre”. Dies belegt der Dürremonitor des

Umweltforschungszentrums Leipzig, der tagesaktuell im Internet abrufbar ist.

 

 

Großer Obstbaumsplintkäfer (Scolytus mali), weibliches Tier

Systematik 

Ordnung:           Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie:               Rüsselkäfer (Curculionidae)
Unterfamilie:  Borkenkäfer (Scolytinae)
Gattung:            Scolytus
Art:                      Großer Obstbaumsplintkäfer

Quelle: Wikimedia

Schadbilder und Maßnahmen

Als Folge von zwei Trockenjahren sind unsere Obstbäume gefährdet.

Der Splintkäfer, ähnlich dem Borkenkäfer, verfrisst die Schichten unter der Rinde und zerstört damit den Baum.

Die einzige Maßnahme, um die weitere Verbreitung zu unterbinden, ist das Entfernen und Verbrennen des befallenen Holzes. Da viele Gartenbesitzer derzeit ohn ehin ihre Bäume schneiden, sollte unbedingt auf den Befall geachtet werden. Zu erkennen ist der Splintholzkäfer an Bohrlöchern und Fraßgänge am Stamm und an Ästen, jeweils unter der Rinde, die sich leicht ablösen lässt (siehe Foto).

Alte, stabile Hochstämme fallen durch die Schäden einfach um. Sogar jüngere Bäume von wenigen Jahren sterben einfach ab.

Fotos von H.-J. Mortag

 

Bei Temperaturen über 20° C beginnen die Käfer zu fliegen, ein rasches Handeln ist wichtig.

 

Bei Rückfragen steht Ihnen das Streuobstnetzwerk Ostthüringen (https://streuobstthueringen.de/) zur Verfügung.

Ansprechpartnerin Ariane Viller (Tel.: 0151 / 56119711), streuobst@laendlichekerne.de

Auch der Pomologe Herr Mortag (Tel.: 0151 / 25979169) gibt Auskunft und Informationen,